Latham, Nathalie

Nathalie Latham, Paris, Frankreich

Beijing

In den Medien werden wir heute mit der Vorstellung überschwemmt, China sei die nächste Supermacht und werde die USA, Europa (und den Westen im Allgemeinen) weit hinter sich lassen.

Als ich letztes Jahr in Peking war, habe ich den enormen Wandel, den China durchmacht, sehr deutlich gespürt.

Ich war daran interessiert, die Jugendlichen in Peking zu beobachten, denn sie sind die Generation, die das China von morgen leiten wird, die diesen dramatischen Wandel weiterführen wird.

Wie nehmen die Führungskräfte von morgen ihre heutige Welt wahr?

Was sind ihre Ängste? Was sind ihre Träume? Was haben sie von ihren Eltern gelernt? Wohin wollen sie reisen? Wie stellen sie sich ihr Leben mit 30 vor?

J war der 15. von 80 Teenagern, die ich im Einkaufsviertel in der Pekinger Innenstadt befragte.

J, 18 Jahre alt.

Welches Land würdest du am liebsten bereisen? Und warum?

Japan. Das ist eine offene Wirtschaft.

Wie stellst du dir das Leben mit 30 Jahren vor?

Natürlich ein gutes Leben.

Was haben Sie von Ihren Eltern gelernt?

Eine gute Ausbildung.

Wovor haben Sie Angst?

Angst vor dem Alleinsein.

Was ist dein Traum?

Das zu tun, was ich tun möchte.

Closed City N° 65

Sie sagten, dass ich niemals in die geschlossene Stadt kommen würde. "Kein Fotograf aus dem Westen ist hineingekommen - Sie werden niemals hineingelangen".

Nach acht Monaten Briefen, Faxen und Genehmigungen zwischen der amerikanischen und der russischen Regierung kam ich in die geschlossene Stadt Ozyorsk (Nr. 65), wo die erste Atombombe der Sowjetunion gebaut worden war.

Ich reiste mit amerikanischen Wissenschaftlern, die die Auswirkungen von Langzeit-Strahlung mit niedriger Dosis auf die Chromosomen von Mayak-Plutonium-Arbeitern aus der örtlichen Plutoniumfabrik untersuchen.

Dieses Porträt von Nina wurde im Krankenhaus aufgenommen, wo sie ihre jährliche Untersuchung absolvierte, die vier Tage dauern sollte. Nina begann 1950 in der Plutoniumfabrik Majak zu arbeiten.  Sie sagte mir: "Alle meine Kollegen sind gestorben.  Ich glaube, ich habe wegen der Natur und der Wälder überlebt.  Ich liebe es, hier im Wald Pilze zu sammeln - es gibt so viele Arten, und das ist meine Zeit mit der Natur."

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