KuratorAusstellungen

Alternative Realities (facts), Atelier Thomas Kellner, Siegen

Alternativ Realities (facts)
21. Mai-07. September 2017
Atelier Thomas Kellner, Siegen, Deutschland

Ausstellende Künstler: Andres Wertheim, Bethany de Forest, Ludmila Steckelberg de Santana, Ploutarkos Haloftis, Bill Armstrong, Kathryn Dunlevie, Max de Esteban

Atelier Friedrichstraße
Atelier Thomas Kellner

Alternative Realities (Facts)
21.05. -07.09.2017

Thomas‘ Art Memory
21.05.2017


Wie passen Kunst und Spiel zusammen? Zum 19. Siegener Kunstsommers bieten am 21. Mai, anlässlich des KunstTags, Museen, Galerien und freie Träger erneut ein vielfältiges Programm an. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Das Atelier Thomas Kellner, Friedrichstraße 42, öffnet am KunstTag um 11 Uhr seine Türen für Sie. Zu sehen gibt es im Kunstsommer 2017 die Ausstellung Alternative Realities (facts). Ab 14 Uhr wird zusätzlich ganz nach dem Motto des diesjährigen Kunsttags „KunstSpiel“ auch im Atelier Thomas Kellner tatsächlich gespielt – das Thomas‘ Art Memory. Es basiert auf der privaten Sammlung des kuratierenden Atelierbesitzers, bestehend aus Kunstwerken mehrheitlich Siegerlänger Künstler. Jedoch handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Memory. Aus 150 Memorykarten muss nicht nur das jeweils passende Gegenstück, sondern auch der dazugehörige Künstler, gefunden werden. Gespielt wird mit acht Personen: 4 Gruppen à 2 Spielern.
Gespielt wird allerdings nicht nur mit Karten im Atelier Thomas Kellner. 7 Künstler aus 6 Ländern weltweit spielen mittels ihrer Photographien mit der Darstellung der Realität.  Max de Esteban (E), Bethany de Forest (NL), Andrés Wertheim (ARG/DE), Bill Amstrong (USA), Ploutarchos Haloftis (GR), Kathryn Dunlevie (USA) und Ludmila Steckelberg de Santana (BR/CAN) nutzen hierfür Irritation, Doppeldeutigkeit, Verwandlung und Collage.
Die Arbeiten des Spaniers Max de Esteban visualisieren sein eigenes Statement zum Verhältnis zwischen Natur und der Digitalisierung im Zeitalter der Abstraktion. Wir befinden uns an einem Scheidepunkt, an dem Lebenszusammenhänge durch digitale Formen, die wir entwickelt haben, abgebildet werden und aber auch auf digitalem Wege Materialitäten hergestellt werden. Dieses Paradoxon, verschuldet durch die Digitalisierung, führt zu Entfremdung der Menschlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Max de Esteban zeigt die Verhältnisse zwischen Objekten und Digitalen, Industrie und Steuerung von Biologie; kurz: die digitale und die reale Welt.
Bethany de Forest hingegen begann während ihrer Ausbildung an der Kunstschule (Utrecht und Amsterdam, Niederlande) Dioramen zu bauen und diese dann zu fotografieren. Ihr Ziel ist es eine “realistische” und zugleich absurde Fantasiewelt, in der man scheinbar umherlaufen kann, zu schaffen. Es entsteht die Illusion der fotografierte Ort sei lebensgroß, ein realer Ort zu dem man reisen könnte.
Auch die Werke von Andrés Wertheim erkunden die verschiedenen Ebenen der sichtbaren Wirklichkeit. In seinen Dokumentationen zeichnet er das, was vor unseren Augen liegt, auf, wohlwissend aber, dass der Begriff der Wahrhaftigkeit in der Fotografie Zweifel mit sich bringt: lügt die Kamera niemals oder ist sie nur ein Gerät, das das Vorhandene erfasst, in einem einfachen Versuch es zu imitieren?


Kathryn Dunlevies aktuelles Projekt ist eine Hommage an das reiche Durcheinander der Überlappenden Kulturen New Orleans und die noch wahrnehmbare Aura ihrer stürmischen Geschichte. Die Verflechtung von jahrhundertalter Geschichte ist in Gärten, Gebäuden und ganzen Bezirken zu finden. In ihren Arbeiten kombiniert sie Fotos mit Bildern aus dem Internet, Printalben und alten Fotoalben – Schicht für Schicht. Jede Komposition aus Elementen der Natur, Geschichte und zeitgenössischer Kunst verzaubert, zwingt, verwirrt und erschafft eine eigene Realität.
Der Amerikaner Bill Armstrong schafft durch das Integrieren von Farben in berühmten Fotografien aus der ersten Zeit der Fotografie bis hin zur Einführung von Kodachrome ebenfalls neue traumähnliche Realitäten. Der Prozess Amstrongs besteht darin bekannte Bilder durch Abfotografieren und das Hinzufügen von Farbe, ob digital oder mittels manueller Farbfilter und einem Lichttisch oder einer Kombination aus beidem, zu verwandeln.
Nicht nur für Bill Armstrong sind alte Photographien die Grundlage für seine Kunst. Auch Ludmila Steckelberg de Santana nutzt sie für ihre Arbeiten, oftmals dazugehörend Schwarz-Weiß-Fotographien. Durch die Fertigkeit des Bestickens verwandelt Sie ihre Werke mit Farbigkeit in textile Interventionen und setzt sie in eine romantische Beziehung von fremder Vergangenheit und eigener Vergangenheit, welche in Brasilien liegt.
Die Kunst aus alten Materialien etwas Neues zu schaffen ist auch bei Plotarchos Haloftis zu entdecken. Er verwendet alte Briefe, kaputte Puppen und zerrissene Poster zur Basis seiner Arbeit. Zerstört durch die Natur und an einen neuen Ort gebracht - zufällig oder durch den Künstler, so bekommen sie ein zweites Leben in Form seiner Fotografien. Für jeden außer den Künstlern sind die Gegenstände nicht mehr informativ oder brauchbar. Durch seine Kunst werden sie zu Helden der Dunkelheit, surreale, poetische Kurzgeschichten.
Der KunstTag 2017 im Atelier Thomas Kellner lohnt sich für Sie, wenn Sie der Alltagsrealität ein Stück weit entkommen und in illusionierte und digitalisierte Realitäten für einen Tag eintauchen möchten.
Einen Überblick wird es über alle Stationen des Kunsttages 2017 Ende März einen Flyer geben, der inGeschäften und öffentlichen Gebäuden ausliegt. Auch auf Facebook ist der 19. Siegener KunstTag mit seinem Programm zu finden.

Öffnungszeiten
21.05.2017 11 -18 Uhr
u.n.V.

 

Danke an meine Frau Helga, die meine kuratorischen Ideen immer unterstützt. Danke an Kunstsommer für die Beförderung un ein besonderes Dankeschön an meine Freunde, die an dieser Ausstellung teilgenommen haben.

Ploutarcos Haloftis (Greece) ist ein Schriftsteller und Fotograf. Er lebt und arbeitet in Athen. Halofti stellt seine Werke seit 1995 in Gruppenausstellungen und Einzelausstellungen aus. Zu den Gruppenausstellungen gehören die „European Face“ und die „Fotonoviembre Spain“, sowie die neunte und elfte „Photography gathering: Aleppo Syria“, welche alle in der in der „Stavlos Gallery“ in Athen zu sehen waren. Seine Einzelausstellung 2003 waren „SYNKRIA Thessaloniki Greece“ und „Photographic centre of Thessaloniki“.

Mein ganzes Leben fotografiere ich schon. Nachdem ich über zwei Jahre hinweg Stunden in Kunst Fotografie an der „Focus school photographic studies“ in Athen besuchte, entwickelte ich ein leidenschaftliches Interesse für die subjektivere Form der Fotografie. Ein sehr großer Teil meiner Fotografie-Arbeiten (vielleicht 80%) besteht aus b/w 35mm Filmen, welche mit einer kostengünstigen passenden Kamera aufgenommen wurden.
Meine Arbeit REJECTED ITEMS IN A SECOND LIFE ist das digitale Äquivalent meiner früheren Arbeiten mit analog Filmen. Um meine Idee der Nutzung kostengünstiger Kameras und Kameralinsen (und den damit verbundenen Vorteilen ihrer Mängel) beizubehalten, verwendete ich hierbei eine alte Digital Kamera mit einer alten, minderwertigen Linse darauf. Um meine zwei Hobbys Spazieren und Fotografie zu vereinen, schlenderte ich oftmals für Stunden herum, um die Bilder zu finden, die ich suchte.Stücke von Briefen, gebrochenen Puppen, zerrissenen Plakate und sogar eine abgelehnte (??) Maske wurden somit die Helden meiner Kurzgeschichten. Zerstört durch Elemente und an einen anderen Ort verlegt entweder versehentlich oder von mir, bekommen sie ein zweites Leben als Teile meiner Fotos. Nicht mehr informativ oder nützlich - für jeden außer für mich - werden sie jetzt Helden der dunklen, surrealen und poetischen Kurzgeschichten, die ich zu schaffen versuche. Ich möchte, dass die Fotos dieses Projektes die Zuschauer an die Geschichten ihrer Kindheit und die seltsamen Kreaturen dieser Geschichten erinnern. Wenn wir ein Foto als ein Stück Wirklichkeit betrachten, möchte ich, dass diese Scheibe so surreal ist, wie ich es machen kann.

Max de Esteban ist ein Künstler aus Barcelona. Seine Arbeit wurde in Einzel- und Gruppenausstellungen an Kunstinstituten weltweit, darunter das Deutsche Technik Museum in Berlin, Palais de Tokyo in Paris und Darmstädter Tage der Fotografie ausgestellt. Darüber hinaus findet man seine Werke in den Museumsammlungen des Museum of Fine Arts, Houston, Museu de Arte Modena do Rio de Janeiro in Brasilien, sowie im Deutschen Technik Museum in Berlin.
Max de Esteban hält eine Promotion von Universität Ramon Llull und ein Master-Abschluss von der Stanford University. Monographien seiner Arbeit sind Elegies of Manumission, Nazraeli Press (2012); Köpfe rollen, Hatje Cantz (2014) und Propositionen, La Fábrica (2015).


Die Arbeiten des Spaniers Max de Esteban visualisieren sein eigenes Statement zum Verhältnis zwischen Natur und der Digitalisierung im Zeitalter der Abstraktion. Wir befinden uns an einem Scheidepunkt, an dem Lebenszusammenhänge durch digitale Formen, die wir entwickelt haben, abgebildet werden und aber auch auf digitalem Wege Materialitäten hergestellt werden. Dieses Paradoxon, verschuldet durch die Digitalisierung, führt zu Entfremdung der Menschlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Max de Esteban zeigt die Verhältnisse zwischen Objekten und Digitalen, Industrie und Steuerung von Biologie; kurz: die digitale und die reale Welt. Die Arbeiten des Spaniers Max de Esteban visualisieren sein eigenes Statement zum Verhältnis zwischen Natur und der Digitalisierung im Zeitalter der Abstraktion. Wir befinden uns an einem Scheidepunkt, an dem Lebenszusammenhänge durch digitale Formen, die wir entwickelt haben, abgebildet werden und aber auch auf digitalem Wege Materialitäten hergestellt werden. Dieses Paradoxon, verschuldet durch die Digitalisierung, führt zu Entfremdung der Menschlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Max de Esteban zeigt die Verhältnisse zwischen Objekten und Digitalen, Industrie und Steuerung von Biologie; kurz: die digitale und die reale Welt.

Ludmila Steckelberg ist eine multidisziplinäre brasilianische Künstlerin in Montreal, Kanada. Als Fotografin hat sie sich entschlossen, dieses Medium vor allem durch Aneignung und Intervention zu erkunden. In den vergangenen Jahren begann sie auch Textilien als Medium zu erforschen, alte Fotografien sind dabei weiterhin das Basismaterial ihrer Arbeiten. Ludmila hat seit ihrer Karriere an mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. Ihre Arbeiten sind in mehreren Ländern, wie Brasilien, Kanada, Litauen und Deutschland, gezeigt worden. Ihre Kunstwerke sind Teil privater und öffentlicher Sammlungen, sowie Ausstellungsstücke des Museum of Modern Art in Rio de Janeiro.


Die Grundlage der Arbeiten von Ludmila Steckelberg de Santana sind alte Fotographien, oftmals dazugehörend Schwarz-Weiß-Fotographien. Durch die Fertigkeit des Bestickens verwandelt Sie ihre Werke mit Farbigkeit in textile Interventionen und setzt sie in eine romantische Beziehung von fremder Vergangenheit und eigener Vergangenheit, welche in Brasilien liegt.
Menina (Mädchen), ist eine Arbeit von 2015 aus der Ex-Voto-Serie. In dieser Serie konstruiert die Künstlerin Magische Amulette mit Stoff, in diesem Fall Spitze; Alte Schwarz-Weiß-Fotografien und andere Elemente, wie Perlen und Fundstücke. Das Amulett ist bekannt, um Glück und Wohlstand zu bringen.
Es wurde speziell für das Mädchen gefertigt, welches sie selbst einst gewesen ist. Die Elemente in dieser Arbeit - Schlangenhaut, Kruzifix, bunte Perlen - spiegeln den Ablauf der Zeit, den Verlust der Unschuld und die Phasen des Lebens einer Frau wieder.
Diese Arbeit wurde speziell für Ludmila Steckelberg de Santanas Einzelausstellung in der Espace Projet Galerie in Montreal gefertigt. Die Serie Ex-voto repräsentiert eine Ode an Wünschen und gutem Willen, kristallisiert in dieser Art von übergroßer Amulette.

einige Werkabbildungen / mit Link zum Portfolio

1857 bildete sich in New Orleans eine neue geheime Gesellschaft, die Mistick Krewe of Comus, welche die Tradition einführte, Mardi Gras mit einer fackel-beleuchteten Prozession von extravagant gestalteten Motivwägen zu feiern. Die Verflechtung von jahrhundertalter Geschichte, ebenso wie spanische, französische, afrikanische und amerikanische Einflüsse, sind in Gärten, Gebäuden und ganzen Bezirken zu finden. Stadtstraßen sind nach griechischen Musen, Stämmen von Ureinwohnern und Französischem Adel aus dem 18. Jahrhundert benannt. Die umliegenden Sumpfgebiete werden regelmäßig von Fluten des Golfs überschwemmt. In der Luft liegt eine geheimnisvolle Atmosphäre, ein seltsames Gefühl der Begierde und ein Hauch von etwas, das scharf an etwas erinnert, von um die Ecke. Es ist ein Ort, an dem die Geschichte verehrt wird und wo sie manchmal "fälschlicherweise" erlebt werden kann.
In ihren Arbeiten kombiniert sie Fotos mit Bildern aus dem Internet, Printalben und alten Fotoalben – Schicht für Schicht. Jede Komposition aus Elementen der Natur, Geschichte und zeitgenössischer Kunst verzaubert, zwingt, verwirrt und erschafft eine eigene Realität.

Bill Armstrong ist ein Kunstfotograf, der seit über 30 Jahren Fotographien in Farbe schießt.  Armstrong wird von ClampArt in New York, Hackelbury in London und zahlreichen Galerien im ganzen Land und in Europa vertreten. Seine Mandala-Serie wurde in einer Zwei-Personen-Ausstellung im Philadelphia Museum of Art im Jahr 2008 vorgestellt.
Im Jahr 2010 hatte er eine Mid-Karriere (mid-career?? ) Retrospektive im Südost-Museum of Photography in Daytona Beach im Jahr 2010.
Armstrongs Arbeiten sind in vielen Museums-Sammlungen wiederzufinden, einschließlich dem Vatikanischen Museum, dem Victoria & Albert Museum, dem Philadelphia Museum of Art, dem Brooklyn Museum, dem Houston Museum of Fine Arts, dem Kunstmuseum Santa Barbara und der französischen Nationalbibliothek. Er hat seine Arbeiten in zahlreichen Museumsausstellungen vorgestellt, darunter: Hayward Gallery, London; Musee de l'Elysee, Lausanne; Centro Internazionale di Fotografia, Mailand; Und FOAM, Amsterdam


Träumen in Farbe: Bill Armstrong kreiert die Vorstellung der Geschichte der Fotografie als Traum, indem er Farben in berühmte Fotografien aus der ersten Zeit der Fotografie bis hin zur Einführung von Kodachrome integriert.
Der Prozess Amstrongs besteht darin bekannte bereits bestehende Bilder durch Abfotografieren und das Hinzufügen von Farbe, ob digital oder mittels manueller Farbfilter und einem Lichttisch oder einer Kombination aus beidem, zu verwandeln.
Träumen in Farbe erweitert Armstrongs Untersuchungen der Schichtung von Materialien, die er seit den späten 1970er Jahren verfolgt: zunächst mit Collagen aus Werbeplakaten und schließlich mit den verschwommenen Bildern der Infinity-Serie, für die er bekannt ist.
In seiner Forschung hat Armstrong herausgefunden, dass die Standardgeschichten der Fotografie oft etwas willkürlich über die Tatsache hinausgehen, dass es Farbe in Fotographien seit Anfang an gibt: in Anna Atkins 'Cyanotypen; In opaleszierenden daguerreotypen; In handfarbigen und sepia getönten fotografien. Als Reaktion auf diese Erkenntnis schaffte er seine eigene traumhafte Geschichte der Farbfotografie. Es ist eine Träumerei voller Witz, Humor und visuelle Wortspiele.

Bethany de Forest (1966) arbeitet und lebt in Amsterdam und arbeitet seit etwa zwanzig Jahren als Künstler und Pinhole-Fotograf.
Während ihrer Ausbildung an der Kunstschule (Utrecht und Amsterdam, Niederlande) begann Bethany de Forest Dioramen zu bauen und diese dann zu fotografieren. Ihr Ziel war es eine “realistische” und zugleich absurde Fantasiewelt, in der man scheinbar umherlaufen kann, zu schaffen. Es soll die Illusion entstehen der fotografierte Ort sei lebensgroß, ein realer Ort zu dem man reisen könnte.
Die Fotos werden mit einer Lochkamera gemacht, damit dieser Effekt entstehen kann. Mit einer herkömmlichen Kamera würde das Diorama auf dem Bild zu weit weg erscheinen. Mit der Pinhole-Kamera kann sie dieses Gefühl einfangen.

Ihre Inspiration stammt aus Objekten, die sie findet, oder Materialien, die sie ansprechen. Die Einstellungen und Ideen entstehen oft während der Schaffung, aufgrund des Aktion-Reaktion Prozesses. Das endgültige Ergebnis stellt sich oftmals völlig anders als die ursprüngliche Anfangsfase aus. Die Bilder haben oft ein fernes Gefühl für sie. (faraway feel?) Es scheint immer ein Element der Spannung vorhanden zu sein. Eine geheimnisvolle Dunkelheit, die scheinbar süß ist, aber so nah kommt, dass sogar Schmetterlinge beißen können.

 

 

Die Werke von Andrés Wertheim erkunden die verschiedenen Ebenen der sichtbaren Wirklichkeit.
In seinen Dokumentationen zeichnet er das, was vor unseren Augen liegt auf, wohlwissend aber, dass der Begriff der Wahrhaftigkeit in der Fotografie Zweifel mit sich bringt: lügt die Kamera niemals oder ist sie nur ein Gerät, das das Vorhandene erfasst, in einem einfachen Versuch es zu imitieren?  Als Folge dessen, spricht er in seinen konzeptionellen Bilderreihen diese Mehrdeutigkeit an.
Er projiziert Dias auf Gesichter und Körper um in die Persönlichkeit des Dargestellten zu tauchen. Er klont architektonische Räumen und verwandelt sie in unmögliche Konstruktionen, die die Entfremdung des Menschen mit der Welt in Frage stellen. Durch Doppelbelichtungen verschmelzt er leblose Darsteller mit Museumsbesuchern und macht uns auf unsere Beziehung zur Kunst aufmerksam.
Andrés Wertheim verwendet das photographische Dokument um Bilder zu erzeugen die mit den Sinnen des Betrachters spielen und versucht dabei die Türen unserer Wahrnehmung zu öffnen.


Andrés Wertheim wurde 1962 in Buenos Aires geboren und begann im Alter von 22 Jahren ein leidenschaftliches Interesse an Fotografie zu entwickeln. Zu dieser Zeit traf er auf Horacio Coppola, welcher am Bauhaus studierte und ihm ein Mentor wurde.
Bald darauf zog Wertheim nach Deutschland und reiste um den Globus herum, nahm an Kursen und Workshops teil und dokumentierte mit seine Kamera entfernte Orte und ihre Bewohner - immer bemüht magische Momente zu finden.
Durch 30 Jahre Erfahrung aus Aufträgen und persönlichen Arbeiten konnte Wertheim Fähigkeiten entwickeln, die ihn motivierten, seine Werke international zu veröffentlichen.
In letzter Zeit weisen einige seiner Serien eine Wendung: Die Bilder werden konzeptioneller.  Andrés Wertheim hat in vielen Ländern in Museen, Messen und Galerien ausgestellt. Einige seiner Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Installation

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