Pingyao International Photography Festival 2025

Thomas Kellners kuratiert eine Gruppenausstellung für das Pingyao International Photography Festival 2025 in China

Thomas Kellners Ausstellung Where Time's Echoes Repeat rmit Preis dekoriert

Pingyao / China. Die Ausstellung “Where Time’s Echoes Repeat“ von Thomas Kellner erfährt beim diesjährigen Pingyao International Photography Festival wieder eine besondere Ehrung. Ari Salomon’s Arbeit „6 feet apart“ wird mit einem der begehrten Preise des Festivals ausgezeichnet. Thomas Kellner gelang es wieder hervorragende und herausragende zeitgenössische Positionen aufzuspüren, einen aktuellen Trend zu erkennen und daraus eine überzeugende und sehenswerte Ausstellung zusammenzustellen.

 

Gruppenausstellung "Where Time’s Echoes Repeat" für das Pingyao International Photography Festival

Pingyao, China. Im Rahmen des renommierten Pingyao International Photography Festival zeigt der deutsche Fotokünstler und Kurator Thomas Kellner die Gruppenausstellung Where Time’s Echoes Repeat. Sie vereint sieben internationale Positionen, die sich aus unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven mit der Frage auseinandersetzen, wie Erinnerung in Bildern fortwirkt. Die ausgewählten Werke verbindet kein vordergründiger thematischer Gleichklang, sondern eine feinsinnig komponierte innere Verwandtschaft. Ihre Resonanz entsteht nicht zuletzt aus dem Spannungsverhältnis zwischen individuellen Zugängen und kollektiven Erfahrungshorizonten.

Im Zentrum steht das Echo, jener Nachklang von Vergangenem, der gegenwärtiges Sehen prägt. Erinnerung erscheint hier nicht als abgeschlossenes Archiv, sondern als offenes Gefüge, in dem subjektive und gesellschaftliche Geschichte ebenso präsent sind wie atmosphärische Spuren, Materialitäten und Einschreibungen. Die ausgestellten Fotografien eröffnen Schwellenräume zwischen Dauer und Vergänglichkeit, zwischen Sichtbarkeit und Verborgenem, zwischen Mensch und Natur.

Eine Ausstellung zu Erinnerung

So untersuchen Galina Kurlat, Stig Marlon Weston und Falk von Traubenberg in ihren Arbeiten die Natur als erinnernden Raum. Kurlats Lumenprints entstehen durch das direkte Einwirken von Licht auf lichtempfindliches Papier. Dieser kameralose Prozess hält flüchtige Zustände fest, konserviert das Atmosphärische und schreibt die Zeit selbst in das Bild ein. Westons fotografischer Blick richtet sich auf den Amazonas, dessen fragile Ökosysteme vom Einfluss menschlicher Eingriffe gezeichnet sind. Seine Bilder dokumentieren langsame Prozesse der Veränderung, die sich nicht spektakulär, sondern in kleinen, oft übersehenen Spuren offenbaren. Von Traubenberg hingegen reflektiert die Landschaft als kulturelles Bildgedächtnis. Indem er auf die romantische Ikonografie Caspar David Friedrichs verweist und diese zugleich auflöst, öffnet er abstrakte Bildräume, in denen Natur als Projektionsfläche historischer Bedeutung lesbar wird. Auch die urbane und soziale Dimension von Erinnerung spielt eine zentrale Rolle. Ari Salomon widmet sich den Spuren der Corona-Pandemie im Stadtraum. Seine Fotografien zeigen verlassene Orte, improvisierte Barrieren und leere Durchblicke, die weniger Leere abbilden als eine Atmosphäre der Abwesenheit und Unsicherheit. Jolana Havelková greift auf Textilien zurück, die als Trägerinnen gelebter Erfahrung erscheinen. Ihre Stoffe sind mehr als Material: Sie werden zu berührbaren Archiven, die persönliche Geschichten und gesellschaftliche Einschreibungen sichtbar machen.

Eine spielerisch poetische Perspektive eröffnet Frauke Thielking. In ihren Fotografien wird das kindliche Weltaneignen zur ästhetischen Geste. Es sind flüchtige, improvisierte Momente des Staunens, die nicht auf Dauer zielen, sondern das Ephemere feiern. Erinnerung entsteht hier nicht im Monument, sondern im Augenblick des Spiels.

Litera reagiert auf gesellschaftliche Umbrüche, indem vertraute Alltagsobjekte in neue Kontexte überführt werden. Mit Materialien wie Carrera Rennbahnen, Gips und Fundstücken entstehen komplexe Installationen, die sich dem eindeutigen Zugriff entziehen. Literas Arbeiten spiegeln eine fragmentierte Gegenwart, in der sich Umbruch, Spiel und Kritik überlagern. Die Bildräume, die daraus hervorgehen, erscheinen als instabile Systeme, in denen Transformation selbst zum Thema wird.

Eine Konstellation an Perspektiven

Where Time’s Echoes Repeat entfaltet kein geschlossenes Narrativ, sondern ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht. Die einzelnen Arbeiten begegnen einander nicht als isolierte Positionen, sondern treten in ein resonantes Miteinander. In ihrer Gesamtheit entsteht ein Raum, in dem sich Perspektiven überschneiden, Erinnerungen sich verdichten und neue Konstellationen sichtbar werden.

Informationen zu Pingyao International Photography Festival 2025

Where Time’s Echoes Repeat
19.–23. September, 2025
Pingyao, Volksrepublik China

Ausgestellte Kunstschaffende: Galina Kurlat, Frauke Thielking, Ari Salomon, Jolana Havelková, Stig Marlon Weston, Litera, Falk von Traubenberg
Curator: Thomas Kellner

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