Thomas Kellner: Fotografie Kunst Düsseldorf – Fragmented Icons im Wirtschaftsclub
Thomas Kellner: Fragmented Icons – Zerlegte Ikonen im Wirtschaftsclub Düsseldorf
4. Dezember 2025 – 8. März 2026
In Kooperation mit Galerie Lausberg
Zeitgenössische Fotokunst trifft Wirtschaft und Kultur
Düsseldorf, November 2025 – Mit der Ausstellung Fragmented Icons eröffnet der Wirtschaftsclub Düsseldorf in Kooperation mit der Galerie Bernd A. Lausberg einen konzentrierten Blick auf ein Werk, das innerhalb der zeitgenössischen Fotografie eine singuläre Position einnimmt. Vom 4. Dezember 2025 bis zum 8. März 2026 werden ausgewählte Arbeiten aus Thomas Kellners zentraler Schwarzweiß-Serie Zerlegte Ikonen – 35mm-Welten präsentiert – jener Werkgruppe, mit der der 1966 in Bonn geborene Künstler die Architekturfotografie seit den 1990er-Jahren nachhaltig erweitert hat. Die Ausstellung führt ikonische Motive wie den Eiffelturm, die Tower Bridge oder das US-Capitol zusammen und macht sichtbar, wie Kellners analoge Arbeitsweise nicht nur Bauwerke, sondern auch kulturelle Gewissheiten in ein neues visuelles Verhältnis setzt.
Fragmented Icons – Analoge Präzision und konzeptionelle Innovation
Mit Fragmented Icons verdichtet Thomas Kellner eine Werkhaltung, die seit den 1990er-Jahren die Architekturfotografie grundlegend neu bestimmt. Ausgangspunkt ist eine ebenso einfache wie radikale Methode: Mit der Kleinbildkamera zerlegt Kellner architektonische Wahrzeichen in eine Vielzahl sequenzieller Einzelaufnahmen auf 35mm-Film, die sich in der Montage zu rhythmisch gegliederten Tableaus fügen. Diese Bildkörper entziehen sich jeder Erwartung an klassische Architekturdarstellung. Linien verschieben sich, Perspektiven geraten in Schwingung, die statische Monumentalität der Bauwerke wird in visuelle Bewegung überführt. Harris Fogel beschrieb diesen Effekt als „den Versuch, etwas Dreidimensionales auf eine zweidimensionale Ebene zu verflachen“ – eine Formulierung, die den konzeptionellen Kern dieser Arbeiten präzise erfasst: Es geht nicht um Dokumentation, sondern um Wahrnehmung, Zeitlichkeit und die Konstruktion von Wirklichkeit.
Im Zentrum von Fragmented Icons stehen Bauwerke, deren ikonischer Status weit über ihre funktionale Architektur hinausweist. Eiffelturm, Tower Bridge oder das Capitol in Washington D.C. fungieren im kollektiven Bildgedächtnis als visuelle Stellvertreter für Städte, Nationen und ideologische Ordnungen. Ihre Wiedererkennbarkeit speist sich aus medialer Zirkulation und kultureller Zuschreibung. Kellner präsentiert diese Ikonen jedoch nicht als monumentale Einheiten, sondern als visuell zerlegte Gefüge. Die vermeintliche Stabilität ihrer Form wird systematisch unterlaufen. So vervielfacht sich etwa die Spitze des Eiffelturms in den Tableaus, die klare Statik der vier Gitterträger löst sich in eine fragile Struktur auf. Das Bauwerk erscheint nicht länger als Inbegriff konstruktiver Ordnung, sondern als instabiles, beinahe oszillierendes Gebilde.
Diese ästhetische Destabilisierung besitzt eine deutliche gesellschaftliche Dimension. Architekturen sind Ausdruck politischer, kultureller und sozialer Ordnungen; wer sie abbildet, bildet Weltanschauungen ab. Indem Kellner sie zerlegt, macht er diese Ordnungen sichtbar und verweist zugleich auf ihre Fragilität. Besonders evident wird dies in den Darstellungen des Capitols. Die fragmentierte, in Bewegung gesetzte Architektur transformiert sich hier zu einer visuellen Metapher für einen politischen Zustand. Spätestens vor dem Hintergrund der Ereignisse von 2021 lässt sich das Bild als Chiffre einer brüchig gewordenen demokratischen Ordnung lesen.
Gleichzeitig ist Kellners Werk tief in der Geschichte der Fotografie verankert. Seine Arbeiten knüpfen an die Tradition der Architekturfotografie des 20. Jahrhunderts an – von der Neuen Sachlichkeit bis zur Düsseldorfer Fotoschule – und überschreiten diese durch ein konzeptionelles Prinzip, das eher an musikalische Komposition als an fotografische Abbildung erinnert. Dass diese komplexe Bildsprache konsequent mit analogen Mitteln entsteht, verleiht ihr eine zusätzliche zeitgenössische Relevanz. Alan G. Artner bemerkte in der Chicago Tribune: „Wer hätte gedacht, dass man mit analogen Fotografien in einer Zeit digitaler Manipulation noch so viel Wunder erzeugen kann.“
Fragmented Icons eröffnet damit einen Blick auf Architektur als Projektionsfläche unserer Wahrnehmung, unserer Geschichte und unserer gesellschaftlichen Verfasstheit. Die Tableaus zeigen nicht nur Bauwerke, sondern untersuchen die Bedingungen, unter denen sie zu Symbolen werden – und wie leicht diese Symbole ins Wanken geraten können.
Wirtschaftsclub Düsseldorf: Fotografie und Kunst in Begegnung
Der Wirtschaftsclub Düsseldorf, der teils als Ausstellungsfläche für zeitgenössische Fotokunst dient und von der Galerie Bernd A. Lausberg kuratiert wird, gilt seit Jahrzehnten als zentraler Treffpunkt für Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur in Nordrhein-Westfalen. In repräsentativer Lage am Rhein verbindet der Club hanseatische Zurückhaltung mit rheinischer Offenheit und bietet seinen Mitgliedern einen diskreten und zugleich lebendigen Raum für Austausch auf höchstem Niveau. Hier begegnen sich Unternehmerinnen und Unternehmer unterschiedlichster Branchen, Vorstände international tätiger Unternehmen, Berater, Juristen, Politiker und Kulturschaffende in einem Umfeld, das bewusst auf Dialog, Vertrauen und langfristige Beziehungen ausgerichtet ist – eine Umgebung, in der Fotografie, Kunst und Düsseldorf aufeinander treffen.
Thomas Kellner im Kontext der Düsseldorfer Kunstszene
Als Bernd A. Lausberg mit der Anfrage für eine Ausstellung in diesen geschichtsträchtigen Räumen an Thomas Kellner herantrat, zögerte der Künstler keinen Moment. Diese Entschlossenheit speiste sich aus einer fundierten Historie positiver Synergien zwischen Kellners Werk und der Wirtschaft. Bereits in Siegen forcierte er Projekte wie die von ihm initiierte Ausstellung „Kunst und Wirtschaft“ oder die Schau „Tango Metropolis“ in der Industrie- und Handelskammer. Die Nähe zu Institutionen wie dem Haus der Siegerländer Wirtschaft oder Serviceclubs wie Lions, Rotary und Round Table begreift Kellner als intellektuelle Chance: Auch wenn Künstler selten formale Mitglieder dieser Zirkel sind, erzeugt die gegenseitige Nähe eine produktive Befruchtung zwischen freier Ästhetik, strategischem Denken und der Präsentation von zeitgenössischer Fotokunst in Düsseldorf.
Räumliche Dimensionen als Herausforderung der Ausstellung
Ein Moment des Zögerns stellte sich erst ein, als die physischen Dimensionen des Projekts fassbar wurden. Nach der Besichtigung und dem Studium der Grundrisse wurde deutlich, dass der Club in seinen Ausmaßen nahezu dem Fotomuseum in Porto entspricht. Diese räumliche Weite stellte die Ausstellungsplanung vor eine beachtliche Herausforderung, die schließlich eine akribische Planung am Modell erforderte – ein prozessualer Schritt, der für Kellners präzise, fast architektonische Arbeitsweise bezeichnend ist und der die Verbindung von Fotografie, Kunst und der Düsseldorfer Museums- und Galeriearchitektur verdeutlicht.
Architektur, Atmosphäre und kulturelle Verantwortung
Die Architektur und Atmosphäre des Clubs spiegeln diesen hohen Anspruch wider: klare Linien, gediegene Materialien und eine konzentrierte Umgebung laden zum Zuhören und Diskutieren ein. Der Club versteht sich nicht als Ort oberflächlicher Netzwerkroutinen, sondern als Plattform für substanzielle Gespräche und neue Denkansätze. Gerade diese programmatische Offenheit macht ihn zu einem besonderen Ort innerhalb der Düsseldorfer Kunst- und Kulturszene, der Kultur nicht als dekoratives Beiwerk, sondern als integralen Bestandteil unternehmerischer Verantwortung begreift.
Mitgliederstruktur und intellektuelle Symbiose
Die Mitgliederstruktur des Clubs zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt bei gleichzeitig hoher Entscheidungskompetenz aus. Viele der Anwesenden sind es gewohnt, komplexe Prozesse zu steuern und langfristige Entwicklungen zu gestalten. In diesem Kontext entstehen Gespräche, die analytische Schärfe mit persönlicher Neugier verbinden. Zugleich ist der Club fest in der Düsseldorfer Tradition verankert, die Kunst, Fotografie und internationale Vernetzung miteinander verbindet. In der Symbiose aus wirtschaftlicher Stärke und kultureller Sensibilität bietet der Wirtschaftsclub somit den idealen Rahmen für Thomas Kellners Werk: ein Ort des Denkens, Reflektierens und Gestaltens, an dem Fotografie und Kunst in Düsseldorf eine sichtbare, intellektuelle Bühne erhalten.
Bisherige Ausstellungen und Düsseldorfer Kontext
Thomas Kellners künstlerische Genese ist untrennbar mit dem diskursiven Boden Düsseldorfs verwoben, was sich in einer kontinuierlichen und hochkarätigen Ausstellungshistorie innerhalb der Landeshauptstadt manifestiert. So gliedert sich die aktuelle Ausstellung im Wirtschaftsclub Düsseldorf nahtlos ein. Bereits 2014 setzte Kellner mit der Einzelausstellung „genius loci – Zwei Siegener im Zarenland“ in der CDU-Fraktion des Landtags NRW ein deutliches Zeichen für die politisch-kulturelle Relevanz seiner architektonischen Dekonstruktionen. Die institutionelle Verankerung setzte sich 2022 in der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen fort, wo seine Serie über die Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebiets eine spezifisch baugeschichtliche Würdigung erfuhr. Diese Schauen verdeutlichen Kellners Fähigkeit, Fotografie als präzises Instrument der Analyse an der Schnittstelle von Historie und Gegenwart zu positionieren.
Integration in Düsseldorfer Gruppen- und Verbandsschauen
Auch innerhalb der lebendigen Düsseldorfer Gruppenausstellungen und Verbandstrukturen nimmt Kellner eine exponierte Stellung ein. Seine Beteiligung an prestigeträchtigen Formaten wie „Die Grosse“ im Museum Kunstpalast (2016) oder seine regelmäßige Präsenz in den Mitgliederausstellungen des Vereins Düsseldorfer Künstler sowie des VdDK unterstreichen seine feste Integration in das akademische und künstlerische Netzwerk der Stadt. Ein besonderer kuratorischer Fokus lag auf der von Prof. Gudrun Kemsa konzipierten Schau „Light and Mind“ (2021/2022) in der Galerie Bernd A. Lausberg. Hier wurde Kellners Werk in einen direkten konstruktiven Kontext mit zeitgenössischen Positionen gestellt, was die intellektuelle Stringenz seines Schaffens im Sinne einer „Visuellen Analytischen Synthese“ hervorhob. Auch sein Engagement in Projekten wie Charity @ Weltkunstzimmer (2023) belegt die Verbindung von künstlerischem Anspruch und gesellschaftlicher Verantwortung innerhalb der lokalen Szene.
Fragmented Icons: Konzeptionelle Präsentation im Wirtschaftsclub Düsseldorf
Mit der aktuellen Schau „Fragmented Icons“ (Dezember 2025 – März 2026), präsentiert durch Lausberg Contemporary & Consult in den Räumen des Wirtschaftsclubs Düsseldorf, erfährt diese Verbindung eine neue, zukunftsweisende Verdichtung. Die Ausstellung markiert einen signifikanten Übergang: weg von der klassischen Galerieräumlichkeit hin zu einer konzeptionellen Präsentation in einem Umfeld, das durch unternehmerische Analyse und gesellschaftliche Gestaltungskraft geprägt ist. Die Fragmentierung globaler Architekturikonen wird hier zur visuellen Metapher für moderne Wandlungsprozesse – ein Thema, das in Düsseldorf, dem Epizentrum zwischen Kunstakademie, Düsseldorfer Fotoschule und globalem Wirtschaftsstandort, auf ideale Resonanz stößt. Für Kuratoren und Sammler stellt diese Station nicht nur eine Fortführung der Ausstellungsvita dar, sondern eine konsequente Re-Evaluation von Kellners Werk vor dem Hintergrund aktueller soziopolitischer Fragestellungen.
Düsseldorf als Resonanzraum für Fotografie und Kunst
In der Gesamtschau dokumentiert das Düsseldorfer Archiv Thomas Kellners eine beeindruckende Kontinuität der institutionellen Akzeptanz. Von musealen Kontexten wie dem Kunstpalast über berufsständische Präsentationen in der Architektenkammer bis hin zu progressiven Galerie-Projekten bildet Düsseldorf den idealen Resonanzraum für Fotografie und Kunst. Jede dieser Stationen fungiert als Validierungspunkt einer künstlerischen Haltung, die – tief verwurzelt in der Tradition der Düsseldorfer Schule – das Medium Fotografie konsequent in Richtung einer autonomen, konstruktiven Bildsprache weiterentwickelt hat.
Vollständige Liste der Ausstellungen in Düsseldorf
Einzelausstellungen in Düsseldorf
Thomas Kellner – Fragmented Icons
4. Dezember 2025 – 8. März 2026
Lausberg Contemporary & Consult im Wirtschaftsclub, Düsseldorf, Deutschland
Thomas Kellner – Die Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes heute
31. Mai – 19. September 2022
Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland
Thomas Kellner – genius loci - Zwei Siegener im Zarenland
20. Mai – 7. Juli 2014
CDU-Fraktion, Landtag NRW, Düsseldorf, Deutschland
Gruppenausstellungen in Düsseldorf
Charity @ Weltkunstzimmer
24. Februar – 5. März 2023
Weltkunstzimmer, Düsseldorf, Deutschland
Freddy Langer – Redakteur, Sammler, Fotograf.
9. Dezember 2022 – 15. Januar 2026
KUH – Kunst und Haltung e.V., Düsseldorf
Wie es Euch gefällt – Mitgliederausstellung 2022
20.–28. August 2022
Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf, Deutschland
Light and Mind
6. November 2021 – 20. Februar 2022
Galerie Lausberg, Düsseldorf, Deutschland, kuratiert von Prof. Gudrun Kemsa
Kein Thema – Mitgliederausstellung 2021
21.–29. August 2021
Verein der Düsseldorfer Künstler, Düsseldorf, Deutschland
Die Grosse 2016
20. Februar – 13. März 2016
Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland
Grosse Kunstausstellung Düsseldorf NRW 2000
10. Dezember 2000 – 7. Januar 2001
Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland
Grosse Kunstausstellung Düsseldorf NRW 1999
12. Dezember 1999 – 9. Januar 2000
Kunstpalast Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Das große stille Bild
24.–28. Februar 1996
euroshop '96, Düsseldorf, Deutschland
Große Kunstausstellung NRW
29. November 1992 – 3. Januar 1993
Kunstpalast, Düsseldorf, Deutschland
Messen in Düsseldorf
European Art Expo 2003 Fotografie Düsseldorf, in focus Galerie Burkhard Arnold, Köln
12.–20. Juli 2003
NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf, Deutschland
Entwicklung und Profil der Galerie Lausberg
Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 hat sich die Galerie Bernd A. Lausberg als eine der maßgeblichen Säulen für zeitgenössische Kunst am Standort Düsseldorf etabliert. Ursprünglich als dezidierte Programmgalerie für konkrete und konstruktive Kunst ins Leben gerufen, entwickelte sich das Haus über zwei Jahrzehnte hinweg zu einem international rezipierten Forum für innovative künstlerische Positionen. Der kuratorische Schwerpunkt liegt dabei auf einer anspruchsvollen Verschränkung von junger, experimenteller Kunst und konzeptioneller Tiefe. Das Programm überschreitet konsequent die traditionellen Gattungsgrenzen von Malerei, Skulptur und Zeichnung, um neue Ausdrucksformen zu explorieren. Diese künstlerische Haltung fokussiert primär auf die Parameter Farbe, Form, Struktur und Materialität, ohne die expressive und zugleich reflektierende Dimension zeitgenössischer Fotografie und Kunst zu negieren.
Die quantitative und qualitative Expansion der Galerie spiegelt ihren wachsenden Einfluss wider: Während anfänglich etwa zehn bis zwölf Künstler vertreten wurden, umfasst das aktuelle Portfolio rund 35 Positionen aus dem In- und Ausland. Die Ausstellungsgenese reicht von fokussierten Einzelschauen wie „It only takes 2“ (Lydia Mammes, Sonja Edle von Hoeßle) bis hin zu diskursiven Gruppenausstellungen wie „Light and Mind“, in denen Künstler wie Thomas Kellner, Christine Erhard und Sybille Pattscheck in einen Dialog treten. Ein signifikanter Meilenstein der Galeriegeschichte war die Jubiläumsausstellung zum zehnjährigen Bestehen im Jahr 2013. Mit der Beteiligung internationaler Protagonisten wie Jae Ko, Rafael Barrios, Freddy Chandra und Nam Tchun-Mo manifestierte die Galerie ihre globale Vernetzung und ihren Anspruch auf ein diverses Spektrum zeitgenössischer Ästhetik.
Über die klassische Galeriearbeit hinaus profiliert sich das Haus durch großformatige Kunstprojekte und interdisziplinäre Kooperationen. Beispiele hierfür sind die Kuratierung der Skulpturenausstellung „Metamorphoses“ im Schlosspark von Hugenpoet (u. a. Jürgen Knubben, Anja Schubert) sowie die Mitwirkung an bedeutenden Formaten wie der düsseldorf photo+, bei der fotografische Positionen von Claudia van Koolwijk und Friederike Näscher präsentiert wurden. Die internationale Ambition der Galerie zeigte sich zudem in temporären Zweigstellen in Toronto und Miami, die der Förderung internationaler Künstler und der Präsenz am Weltmarkt dienten, bevor eine erneute Konzentration auf das Zentrum Düsseldorf erfolgte.
Im Jahr 2022 vollzog die Galerie einen richtungsweisenden strukturellen Wandel: Mit der Schließung der Räumlichkeiten an der Hohenzollernstraße transformierte Bernd A. Lausberg sein Haus in ein Modell für Off-Site-Projekte und spezialisierte Kunstvermittlung. Dieser Schritt markiert den Übergang in eine flexiblere, noch stärker konzeptuell ausgerichtete Arbeitsweise. In der Gesamtschau bleibt die Galerie Lausberg ein Akteur eines anspruchsvollen und mutigen Programms, das wesentlich zur internationalen Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst und Fotografie in Düsseldorf beiträgt und ein vitales Netzwerk für Akteure des Kunstmarktes bereitstellt.
Kuratorische Kontinuität und Galerieprofil
Im Kontext der Düsseldorfer Galerieszene nimmt Bernd A. Lausberg eine bemerkenswerte Position ein, die weniger durch lautstarke Marktpräsenz als durch eine über Jahrzehnte gewachsene kuratorische Konsequenz geprägt ist. Seit der Gründung seiner Galerie im Jahr 2003 hat Lausberg ein Programm entwickelt, das sich einer konkreten, konstruktiven und materialbewussten Ästhetik verpflichtet fühlt und zugleich offen für experimentelle, installative und fotografische Positionen bleibt. Seine Galerie fungiert dabei nicht allein als Ausstellungsort, sondern als Labor kuratorischer Setzungen, in denen künstlerische Positionen über längere Zeiträume hinweg begleitet, geschärft und in internationale Kontexte eingebunden werden.
Die Biografie des Galeristen – ausgebildet in Kunstgeschichte, geprägt durch frühe Erfahrungen im Auktionswesen und getragen von einer tiefen Überzeugung für die sinnliche Präsenz des Kunstwerks – spiegelt sich unmittelbar in der Programmatik des Hauses wider. Lausberg versteht die Galerie als Ort der physischen Begegnung mit Kunst und widerspricht damit bewusst der zunehmenden Virtualisierung des Kunstbetriebs. In Interviews betont er wiederholt die „überzeugende Kraft des Schönen, Wahren und Guten“ als leitende Kategorie seiner Auswahl, eine Haltung, die sich weniger an kurzfristigen Markttrends als an einer kunsthistorisch anschlussfähigen Qualität orientiert.
Diese Haltung ermöglichte es ihm, über viele Jahre hinweg ein Netzwerk aufzubauen, das von Düsseldorf aus bis nach Toronto und Miami reichte, wo eigene Dependancen das Galerieprogramm international verankerten und zeitweise bis zu 80 % der Verkäufe ins Ausland führten. Dabei zeigt sich Lausbergs Rolle nicht primär als Händler, sondern als Vermittler zwischen Künstlern, Sammlern, Kuratoren und Institutionen – als eine jener diskreten, aber entscheidenden Figuren, die an der Entstehung künftiger Kunstgeschichte mitwirken. Über fünfhundert Ausstellungen, zahlreiche Messebeteiligungen von Art Frankfurt über Art Miami bis zur KIAF Seoul sowie Beratungen beim Aufbau privater und institutioneller Sammlungen belegen die nachhaltige Wirksamkeit dieser Arbeit.
Dass die Galerie darüber hinaus als sozialer und kultureller Ort mit Lesungen und Konzerten fungiert, unterstreicht Lausbergs Verständnis von Kunst als gesellschaftlichem Ereignis. In einer Zeit, in der sich traditionelle Strukturen des Kunstmarktes auflösen und Loyalität zwischen Akteuren seltener wird, formuliert Lausberg eine Haltung der Beständigkeit, die auf Vertrauen, Kontinuität und kunsthistorischer Verantwortung basiert. Seine Galerie ist damit weniger ein kommerzieller Umschlagplatz als ein Ort, an dem ästhetische Überzeugungen über Jahre hinweg sichtbar werden und an dem sich exemplarisch nachvollziehen lässt, wie konsequente Programmarbeit langfristig kulturelle Relevanz erzeugt – besonders im Zentrum für zeitgenössische Fotografie und Kunst in Düsseldorf.
Düsseldorfer Fotoschule: Fotografie zwischen Kunst, Methode und Akademie in Düsseldorf
Die sogenannte Düsseldorfer Fotoschule markiert den entscheidenden Wendepunkt, an dem die künstlerische Fotografie ihre Emanzipation als eigenständige, konzeptuell fundierte Disziplin innerhalb des globalen Kunstkanons vollzog. Ihr Ursprung liegt in der Lehre von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf, die ab den 1970er-Jahren eine radikale Abkehr vom subjektiv-narrativen Bild hin zu einer Haltung der absoluten Präzision und systematischen Serialität forcierten. In ihren typologischen Untersuchungen industrieller Zweckbauten etablierten die Bechers eine Ästhetik, in der Struktur, Vergleichbarkeit und Wiederholung nicht bloß dokumentarische Mittel, sondern zentrale ästhetische Prinzipien darstellten. Diese visuelle Ordnung transformierte das industrielle Relikt in ein autonomes Kunstobjekt und legte damit das Fundament für eine methodische Strenge, die eine gesamte Generation von Künstlern prägen sollte und die Fotografie als Kunstform in Düsseldorf nachhaltig definierte.
Protagonisten der Düsseldorfer Fotoschule und die Erweiterung der Fotografie zur Kunstform
Aus diesem intellektuellen Nährboden entwickelten Protagonisten wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Candida Höfer, Axel Hütte und Thomas Ruff höchst individuelle, jedoch methodisch verwandte Positionen. Allen gemeinsam ist eine ausgeprägte formale Disziplin sowie ein tiefgreifendes Bewusstsein für das Spannungsfeld zwischen Raum, Architektur und gesellschaftlicher Realität. Durch die Einführung monumentaler Formate und einer technischen Detailfülle, die in ihrer Präzision an die Traditionen der Historienmalerei anknüpft, erweiterten sie die physischen und musealen Möglichkeiten des Mediums beträchtlich. Fotografie wurde hier nicht mehr als flüchtiger Moment, sondern als großformatige Konstruktion begriffen, die in ihrer kompositorischen Klarheit die Wahrnehmung von Wirklichkeit neu ordnet und Fotografie als Kunst international sichtbar machte.
Fotografie als analytisches Instrument gesellschaftlicher Wirklichkeit
Charakteristisch für dieses Phänomen ist dabei weniger ein homogener Stil als vielmehr eine geteilte Denkhaltung: Die Fotografie fungiert als analytisches Instrument zur Dechiffrierung von Welt. Architektur wird in diesen Arbeiten nicht allein als Bauwerk, sondern als Manifestation kultureller, politischer und ökonomischer Strukturen lesbar gemacht. Menschen erscheinen oft eingebettet in komplexe soziokulturelle Systeme – ob in Museen, Bibliotheken oder urbanen Räumen –, wodurch sie zu Chiffren gesellschaftlicher Erzählungen avancieren. Diese inhaltliche Schwere, gepaart mit einer fast klinischen formalen Strenge, verleiht den Werken eine zeitlose, über die bloße Abbildung hinausgehende Präsenz innerhalb der zeitgenössischen Kunst.
Internationale Rezeption und Bedeutung für Fotografie und Kunst aus Düsseldorf
Die internationale Rezeption der Düsseldorfer Schule hat die Fotografie nachhaltig im institutionellen und ökonomischen Gefüge des Kunstmarktes verankert. Ihre Werke, die heute weltweit in den bedeutendsten musealen Sammlungen vertreten sind, fungieren als universeller Referenzpunkt für die Verbindung von technischer Perfektion und intellektuellem Gehalt. Damit steht die Düsseldorfer Fotoschule nicht lediglich für eine lokale Akademie-Tradition, sondern für eine globale Bewegung, welche die Fotografie als ernsthafte intellektuelle Disziplin innerhalb der Kunst definiert und die Grenzen zwischen Dokumentation und Konstruktion dauerhaft aufgelöst hat.
Thomas Kellner und die Düsseldorfer Fotoszene: Fotografie, Kunst und Diskursräume
Im Kontext der prägenden Wirkungsgeschichte der Düsseldorfer Fotoschule, die das Medium Fotografie als analytisches Instrument zur Dechiffrierung von Welt etablierte, erhält die zeitgenössische Plattform düsseldorf photo+ eine besondere Relevanz. Das Biennale-Festival fungiert nicht als nostalgische Rückschau auf die Becher-Klasse, sondern als lebendiger Resonanzraum, in dem deren methodisches Erbe mit aktuellen künstlerischen Strategien in Beziehung gesetzt wird. Hier wird Fotografie als intellektuelle Disziplin verhandelt, die sich zwischen Dokumentation, Konstruktion und konzeptueller Bildpraxis bewegt. Für Thomas Kellner, dessen Werk sich seit Jahrzehnten mit Architektur, Struktur und Wahrnehmung auseinandersetzt, entsteht in diesem Umfeld ein natürlicher inhaltlicher Anknüpfungspunkt, der sein Schaffen in einen erweiterten kunsthistorischen und gegenwärtigen Diskursraum einbettet.
Die Galerie Bernd A. Lausberg als diskursiver Knotenpunkt der Fotografie in Düsseldorf
Eine zentrale Rolle innerhalb dieses Gefüges nimmt die Galerie Bernd A. Lausberg ein. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 steht sie für konkrete, konstruktive und experimentelle Positionen der Gegenwartskunst. Mit der strategischen Neuausrichtung auf Off-Site-Projekte und konzeptionelle Vermittlungsformate seit 2022 reagiert die Galerie bewusst auf veränderte Rezeptionsgewohnheiten eines internationalen Publikums. Im Rahmen der düsseldorf photo+ wird diese Haltung sichtbar: Fotografie erscheint hier nicht als isolierte Gattung, sondern als Medium, das Farbe, Form, Struktur und Raum in ein neues Verhältnis setzt. Die Präsentation von Künstlerinnen wie Claudia van Koolwijk und Friederike Näscher verdeutlicht den intellektuellen Anspruch des Programms, das sich von einer kleinen Künstlergruppe zu einem internationalen Portfolio von rund 35 Positionen entwickelt hat.
Fotografie zwischen Materialität, Raum und gesellschaftlicher Erzählung
Im Festivalzusammenhang wird Fotografie als Träger komplexer architektonischer und gesellschaftlicher Narrative lesbar. Diese Perspektive korrespondiert unmittelbar mit Thomas Kellners künstlerischer Praxis, in der Bauwerke nicht als statische Objekte erscheinen, sondern als visuelle Systeme, die kulturelle Ordnungen spiegeln. Die methodische Zerlegung von Architektur, die für Kellners Werk charakteristisch ist, findet hier eine diskursive Umgebung, in der Fragen nach Wahrnehmung, Konstruktion von Wirklichkeit und Materialität des Bildes verhandelt werden. Die Fotografie wird dadurch von der reinen Abbildung zur reflektierenden Bildstruktur, die den Betrachter in einen aktiven Sehprozess einbindet.
Düsseldorf als Referenzzentrum für Fotografie und künstlerische Forschung
Durch das Zusammenspiel von institutioneller Tradition – Kunstakademie, Becher-Schule, internationale Sammlungen – und agilen Plattformen wie düsseldorf photo+ behauptet sich Düsseldorf weiterhin als globales Referenzzentrum für künstlerische Fotografie. Für ein Fachpublikum aus Kuratoren, Sammlern und Kritikern wird hier eine Entwicklungslinie sichtbar, die von der typologischen Strenge der 1970er-Jahre zu hybriden, raumgreifenden Bildkonzepten der Gegenwart führt. In dieser Kontinuität positioniert sich auch Thomas Kellners Werk, das die fotografische Analyse von Architektur in eine eigenständige, zeitgenössische Bildsprache überführt und damit den historischen Diskurs der Düsseldorfer Fotoschule in die Gegenwart fortschreibt.
Die Kunstakademie Düsseldorf
Die Kunstakademie Düsseldorf als intellektuelles Zentrum für Fotografie und Kunst
In Fortführung der diskursiven Auseinandersetzung mit der architektonischen und gesellschaftlichen Konstruktion von Realität, wie sie bereits im Kontext der Düsseldorfer Fotoschule und regionaler Plattformen wie düsseldorf photo+ verhandelt wurde, bildet die Kunstakademie Düsseldorf das unhintergehbare intellektuelle Kraftzentrum dieser ästhetischen Evolution. Als Institution genießt die Akademie weltweite Reputation, nicht allein aufgrund ihrer prestigeträchtigen Historie, sondern primär durch ihre Rolle als Laboratorium für die radikale Neudefinition künstlerischer Medien. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollzog sich hier eine Zäsur, welche die Fotografie aus ihrer rein reproduktiven Funktion löste und sie als gleichwertige, konzeptuell fundierte Disziplin neben der Malerei und Skulptur innerhalb der Kunst etablierte. Die Berufung von Bernd Becher im Jahr 1976 markierte dabei den Beginn einer systematischen Analyse des Sichtbaren, die in ihrer methodischen Strenge die Wahrnehmung von Architektur nachhaltig dekonstruierte.
Ein Laboratorium für Fotografie: Zwischen Tradition und Avantgarde am Standort Düsseldorf
Die Akademie fungiert dabei als ein Ort der permanenten Reibung zwischen Tradition und Avantgarde, wobei die Freiheit der Lehre eine Vielfalt an Positionen hervorbrachte, die über die rein dokumentarische Sachlichkeit hinausgingen. Während die Becher-Klasse das Fundament für eine objektive Bildsprache legte, wurde in den angrenzenden Diskursfeldern der Akademie die Frage nach der Materialität, der Farbe und der strukturellen Beschaffenheit des Bildes immer wieder neu gestellt. Dieser interdisziplinäre Geist korrespondiert eng mit den Bestrebungen bedeutender Düsseldorfer Galerien wie Bernd A. Lausberg, die – tief verwurzelt im Umfeld der Akademie – konsequent die Überschreitung traditioneller Gattungsgrenzen forcieren. Das Studium an dieser Institution bedeutet für Künstler die Auseinandersetzung mit einem komplexen Referenzsystem, das von der monumentalen Formensprache bis zur feingliedrigen Analyse der Bildfläche reicht.
Thomas Kellner und die akademische Genealogie des „Düsseldorfer Blicks“
Für Thomas Kellner stellt die Kunstakademie ein prägendes geistiges Referenzsystem dar, obgleich seine Verbindung zu ihr eine subtile, durch indirekte Transmission geprägte ist. Obschon er sich nie formal um eine Aufnahme bewarb, blieb die Akademie durch Besuche und das soziale Umfeld ein präsenter Orientierungspunkt. Weit wesentlicher jedoch ist die akademische Genealogie seines eigenen Werdegangs: Nahezu sein gesamtes Professorenkollegium war tief im Kontext der Stadt Düsseldorf verwurzelt. Namen wie Hees, Nettesheim, Königs, Pramann, Wilmsmeyer, Nestler, Martin Hört und Rintelen bilden eine intellektuelle Brücke, die den analytischen „Düsseldorfer Blick“ in Kellners eigene künstlerische Praxis einspeiste.
Fotografie als intellektuelle Disziplin: Relevanz für Sammler und Kuratoren
Charakteristisch für diesen Einfluss ist die Fähigkeit, Sehgewohnheiten analytisch zu hinterfragen. Der dort kultivierte Blick ist geprägt von einer intellektuellen Distanz, die es ermöglicht, das Sujet als Träger kultureller und ökonomischer Strukturen zu begreifen. Diese inhaltliche Tiefe, gepaart mit technischer Meisterschaft, hat Generationen von Kuratoren und Sammlern geprägt und den Standort zu einem Epizentrum des globalen Marktes für Fotografie und Kunst erhoben. Die Akademie ist somit nicht nur ein physischer Raum der Ausbildung, sondern ein geistiges Kontinuum, das die Fotografie als intellektuelle Disziplin begründet hat.
Fazit: Düsseldorf als Nukleus der fotografischen Fragmentierung und Rekonstruktion
In der Gesamtschau erweist sich die Kunstakademie Düsseldorf als jener Nukleus, aus dem heraus die Fragmentierung und Rekonstruktion der Wirklichkeit ihren Ausgang nahm. Die dort entwickelten Konzepte von Serie, Struktur und Raum bilden bis heute das theoretische Gerüst für Künstler wie Thomas Kellner, die sich der Herausforderung stellen, die Komplexität der Moderne in statische Bilder zu bannen. Für die institutionelle Kritik und den gehobenen Sammlerkontext bleibt die Akademie damit der entscheidende Validierungspunkt für künstlerische Relevanz und visionäre Kraft innerhalb der zeitgenössischen Fotokunst.
Kunstakademie Düsseldorf
Eiskellerstraße 1
40213 Düsseldorf
Germany
Fotografie, Kunst und technologische Exzellenz: Das Labor Grieger in Düsseldorf
Die Revolution des Bildes: Grieger als Weltmarktführer der Fotokunst
Eine weitere Dimension der Fotografie in Düsseldorf ist im weltweit renommierten Fotolabor Grieger zu finden. Die Vormachtstellung des Labors als Marktführer in der Produktion hochwertiger Kunst wurzelt in einer entscheidenden Innovation der 1980er- und 1990er-Jahre. Mit der Entwicklung und Patentierung des Diasec®-Verfahrens – der Kaschierung von Fotografien unmittelbar gegen Acrylglas – revolutionierte das Unternehmen die materielle Präsenz des Mediums. Diese Technik ermöglichte es erstmals, fotografische Papiere in monumentalen Dimensionen absolut plan und ohne Wellenbildung zu präsentieren.
Synergien der Düsseldorfer Photoschule: Fotografie im musealen Format
Durch diese physische Stabilisierung und optische Brillanz wurden Fotografien im musealen Kontext erstmals unmittelbar mit großformatigen Gemälden vergleichbar. Grieger avancierte damit zum unverzichtbaren Partner für die führenden Köpfe der Düsseldorfer Photoschule. Protagonisten wie Andreas Gursky, Thomas Struth und Candida Höfer nutzten diese technologische Innovation in Düsseldorf, um die Fotografie als großformatiges, autonomes Kunstobjekt weltweit zu etablieren.
Odyssee der Materialität: Thomas Kellners Weg zur Düsseldorfer Fachlabor-Expertise
In der Retrospektive gleicht die Suche von Thomas Kellner nach dem adäquaten Fachlabor einer modernen Odyssee, geprägt von den Umbrüchen der Fototechnik. Als Kellner 1999 entschied, sein Werk auf die Farbfotografie auszuweiten, begann eine Reise durch die deutsche Laborlandschaft. Obgleich er die Farbfotografie bei der Becher-Schülerin Claudia Fährenkemper fundiert erlernt hatte, zwang ihn die Komplexität seiner großformatigen Projekte frühzeitig zur Kooperation mit spezialisierten Laboren jenseits seiner Siegener Heimat.
Strategische Entscheidungen: Fotografie zwischen Marktwert und Produktionskosten
Sein Weg führte ihn über Stationen in Siegen, Bonn und Köln schließlich nach Düsseldorf. Durch die Konsolidierung des Marktes und die Übernahme von HSL durch Grieger schloss sich der Kreis im Düsseldorfer Süden. Heute lässt Thomas Kellner seine Arbeiten dort produzieren, wo das internationale Netzwerk der Fotografie und Kunst zusammenläuft. Die Entscheidung für den Standort Düsseldorf war dabei stets auch eine betriebswirtschaftliche Abwägung; Produktionskosten müssen in einem sensiblen Verhältnis zum Marktwert stehen.
Fazit: Integration in die technisch-ästhetische Infrastruktur von Düsseldorf
Mit diesem Schritt integriert Kellner sein Werk endgültig in jene technisch-ästhetische Infrastruktur, die Düsseldorf als globales Zentrum der Fotografie definiert. Inmitten der lebendigen Kunstszene trifft Kellners analytische Fragmentierung nun auf jene handwerkliche Perfektion, die bereits die Karrieren der Becherschule untermauerte und den hohen Anspruch zeitgenössischer Kunst physisch manifestiert.
Grieger GmbH
Goslarer Straße 10
D-40595 Düsseldorf
Germany
Fazit: Thomas Kellner und die Zukunft der Fotografie und Kunst in Düsseldorf
Die Synthese aus analytischer Strenge und konstruktiver Bildsprache
Die aktuelle Schau Fragmented Icons im Wirtschaftsclub Düsseldorf markiert in der Gesamtschau weit mehr als eine temporäre Präsentation; sie ist die physische Manifestation einer künstlerischen Haltung, die sich über Jahrzehnte im Spannungsfeld zwischen der intellektuellen Strenge der Stadt und einer autonomen, konstruktiven Bildsprache formiert hat. Thomas Kellner ist es gelungen, die von der Becher-Schule proklamierte Sachlichkeit nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangslage für eine radikale Dekonstruktion der Architektur zu begreifen. Seine „Visuelle Analytische Synthese“ überführt das statische Erbe der Akademie in eine dynamische, beinahe musikalische Komposition, welche die Architektur als fragiles Konstrukt unserer gesellschaftlichen Realität entlarvt und damit neue Standards in der zeitgenössischen Fotografie setzt.
Kuratorische Netzwerke und die Souveränität am Kunststandort Düsseldorf
Die Zusammenarbeit mit der Galerie Bernd A. Lausberg unterstreicht dabei die kuratorische Konsequenz eines Netzwerks, das künstlerische Relevanz über den Gehalt und die strukturelle Tiefe definiert. Kellners Entscheidung, sich bei der Produktion seiner Werke bewusst jenseits der großen industriellen Labore wie Grieger zu positionieren, zeugt von einer unternehmerischen Souveränität, die in der Welt der Kunst selten geworden ist. In einem Markt, der oft zur technologischen Uniformität neigt, bewahrt er durch die Wahl spezialisierter Manufakturen und eine betriebswirtschaftlich reflektierte Produktionsweise die Individualität seines haptischen Resultats. Dies korrespondiert ideal mit dem Umfeld des Wirtschaftsclubs: Hier trifft seine Fotografie auf ein Publikum in Düsseldorf, das Präzision, Effizienz und die Unabhängigkeit von Standardlösungen als Kernwerte begreift.
Ausblick: Relevanz der Fotokunst im globalen und institutionellen Kanon
Für den institutionellen Diskurs wie für den gehobenen Sammlerkontext legitimiert sich Thomas Kellner damit als eine jener entscheidenden Positionen, die das Erbe des Standorts Düsseldorf aktiv in die Zukunft transformieren, ohne sich dessen industriellen Zwängen zu unterwerfen. Seine Arbeiten sind keine bloßen Abbilder, sondern intellektuelle Konstruktionen, die in ihrer technischen Integrität und konzeptionellen Tiefe jene nachhaltige kulturelle Relevanz erzeugen, die das Wesen der zeitgenössischen Kunst im globalen Kanon ausmacht.
Thomas Kellner. Zerlegte Ikonen – 35mm Welten
Thomas Kellner. Zerlegte Ikonen– 35mm Welten
4. Dezember 2025 – 8. März, 2026
Galerie Lausberg im Wirtschaftsclub Düsseldorf, Düsseldorf, Germany
Wirtschaftsclub Düsseldorf, Blumenstraße 14, 40212 Düsseldorf
Galerie Bernd A. Lausberg, +49 202 25347247, info@galerie-lausberg.com