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Photopresse 2007-07

Der Weg nach oben oder Klappern gehoert zum Handwerk


Ebenso wie bei Produkten – vom Auto bis zur Armbanduhr - hat der Bekanntheitsgrad und das Image eines Fotografen wesentlichen Einfluss auf seinen Marktwert. Wie aber steigert man sein Prestige und macht sich einen Namen?

Mit Netzwerk zum Erfolg
Thomas Kellner, Kuenstler und Fotograf, hat sich mit Koennen und engagiertem Einsatz in den letzten fuenfzehn Jahren einen Namen gemacht. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen kennzeichneten ebenso seinen Weg wie der Ruf an die Justus-Liebig-Universitaet Giessen als Gastprofessor fuer Kunst. ,,Es gibt viele tolle Bilder, da muss man schon auffallen, sich informieren, welche Galerie fuer mich die richtige ist und Kollegen fragen, welche vertrauenswuerdig ist. Fuer den Erfolg braucht man ein moeglichst grosses Netzwerk. Der Kontakt mit Kollegen ist enorm wichtig. Mich haben vor allem Ausstellungen weiter gebracht. Die Initialzuendung, wo man sein will, kann einem ebenso wie der Besuch von Fotofestivals einen Schub geben." Bei Thomas Kellner war es so: Er hatte sich fuer seinen ersten Besuch der Rencontres de la Photographie in Arles einen kleinen Laden in der suedfranzoesischen Stadt gemietet, um dort seine Arbeit zu praesentieren. Daraus resultierte dann die Beteiligung an einer Ausstellung zur Geschicht der Fotografie. „Man muss sich staendig ein Stueck des Kuchens erarbeiten, die Aufmerksamkeit erkaempfen und das weltweit. Den Bekanntheitsgrad bekommt man nicht geschenkt. Erst einmal sollte man den regionalen Bereich etwa im Umkreis von 100 Kilometern bespielen, da kann man sich auch ein Cafe oder den Kunstverein suchen. Eigentlich sollte man in einem Jahr eine regionale, eine deutsche und eine internationale Ausstellung schaffen“, so Thomas Kellner. Wer nicht stehen bleiben und weiterkommen will, der muss aktiv an seinem Image arbeiten. Weder bekannte Fotografen noch Einsteiger koennen es sich leisten, im Elfenbeinturm ueber Arbeit und Leben zu sinnieren. Tatkraft und Phantasie, seinen Namen und seine Arbeit bekannter zu machen, sind letztendlich fast immer von Erfolg gekroent, denn Klappern gehoert zum Handwerk.  Brigitte Henninges

Henninges, B., 2007. Mit Netzwerk zum Erfolg. In: Photopresse, No. 15, July 19,  2007, p. 14.

>>> top left image: The Wall House Groningen 2006

>>> top right image: Prayer for Good Harvest Hall Beijing 2006

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